Mai 2002 (DNN)
Folgende sachgründe stehen gegen den geplanten Bau: direkt angrenzend in der nördlichen Kiesgrube, befindet sich ein schützenswertes Biotop, das eigentlich der EU als FFH-Gebiet gemeldet werden sollte. Erholungsmöglichkeiten für teilweise 500 Badegäste täglich würden verloren gehen. Die 3000 Anler der Stadt würden ein Gewässer verlieren, welches seit 1954 (!) durch die Fischereigenossenschaft und später durch den deutschen Anglerverband bewirtschaftet und gepflegt wird. Zwei bereits in Betrieb genommene Wasserski-Anlagen in Leipzig und Merseburg erwiesen sich nach kurzzeitiger Euphorie als Flop.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier wieder einmal - warum auch immer - an einer Bürgermehrheit vorbeientschieden wird, nur um die Profitinteressen eines einzelnen Herrn zu befriedigen. Und nun noch der Punkt aufs "i": Zur Stadtratssitzung am 21. März, als das Wasserski-Projekt im "TOP 13" zur Abstimmung kam, wurde nicht ein einziges Wort zu den hunderten Bürgerprotesten und eingereichten Petitionen gesagt. Nur Herr Grützner (SPD) und eine leise Stimme der PDS wagten ihr Veto. Natürlich wurden sie von Herrn Grötsch und seiner CDU-Fraktion überstimmt.
Als Zuhörer, der das erste Mal eine Stadtratssitzung verfolgte, empfand ich diese Vorgehensweise als eine grenzenlose Ignor-ranz und völlig falsch verstandene Demokratie. So kann man nicht mit Meinungen der Bürger umgehen.
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