Oktober 2001 (DNN)
Der Dresdner Martin Riedel will 900 000 Mark in eine Wasserski-Anlage in Leuben investieren
Wasserski und Wakeboard (Wasserski mit beiden Füßen auf einem Brett) - bislang mussten die Dresdner nach Eilenburg oder Rossau bei Mittweida fahren, um diesen Trendsport zu frönen. Doch ab Mai kommenden Jahres könnte es mitten in der Stadt eine Alternative geben: eine mit einem leisen Elektromotor angetriebene Wasserski-Seilbahn in der südlichen Kiesgrube Leuben. Der Dresdner Existenz-gründer Martin Riedel will dort 900 000 Mark investieren - wenn die Stadt ihn lässt.
Fünf filigrane Masten werden mit einem 780 Meter langen Zugseil verbunden. Neun Wasserskifahrer können gleichzeitig ihre Runden drehen mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 60 Kilometern je Stunde. Die MAsten stehen mit Stahlplatten auf dem Grund, werden durch ein bis zwei betonierte Erd-Anker vom Ufer aus gespannt. "Eine total mobile Anlage, die jederzeit ohne große Pro-bleme wieder abgebaut werden kann", wirbt der 29-jährige Riedel für die Seilzug-Anlage, die in Deutschland schon 39 mal verwirk-licht wurde.
Die Seilbahn mit Masten kostet rund 400 000 Mark, rechnet Riedel vor, der im Moment einen Drsden Wassersportclub mit sechs Mitstreitern gründet. Die Anlage soll olympiatauglich sein (Wasser-ski steht auf dem Sprung, Olympia-Sportart zu werden). Hinzu kommen Kosten für ein Holzhaus mit Terrasse im Strandbar-Stil sowie für sanitäre Anlagen und Umkleidekabinen, die Skier, Westen und Anzüge. Eine Runde Ski fahren am Seil soll drei Mark kosten, die Stunde rund 25 Mark.
Im ersten Anlauf scheiterte Riedel im Mai dieses Jahres am Stadt- planungsamt, weil der Kiessee im Landschaftsschutzgebiet liegt. CDU-Bau-Experte Hermann Henke hält allerdings alle "planungs-rechtlichen Problem für lösbar". CDU-Stadtrat Klaus Dieter Rentsch wirft der Verwaltung vor, nicht alle Möglichkeiten ausgelotet zu haben. "Es gibt die Möglichkeit der Ausgliederung aus dem Land-schaftsschutzgebiet", so Rentsch. Seine Fraktion bereite eine entsprechende Vorlage vor. "Wir geben diesem Projekt Begleit-schutz. Das ist eine Attraktion für Leuben, Dresden und die Region", glaubt Rentsch, der eine ähnliche Anlage in Osnabrück begutachtet hat.
"Das passt wunderbar in ein touristisches Sportkonzept"", freut sich "Skatermutter" Babara Lässig über das Engagement von Martin Riedel. Sie kennt Mittzwanziger, die weite Wege zu anderen Anlagen wie in Rossau in Kauf nehmen, um Wasserski zu fahren. "Diese jungen Leute würden doch ihr Geld hier ausgeben, wenn es diese Anlage gäbe", so Lässig. Nur wenn Dresden auch attraktive Sportarten wie Paragliding oder eben Wasserski anbiete, kämen auch wieder mehr junge Leute als Touristen nach Drsden und blieben vielleicht ein paar Tage länger. In die gleiche Kerber schlägt Hermann Winkler, Präsident des Landessportbundes. "Wir müssen den jungen Leuten was peppiges anbieten. Da passt Wasserski rein, eine tolle Idee".
Wie umweltfreundlich so eine Anlage sein kann beweist das Beispiel "Blaue Lagune" in Wachtendonk am Niederrhein, mitten im naturpar Schwalm-Nette. "Wir bringen durch unseren Betrieb mehr Sauerstoff ins Wasser, die Wassserqualität steigt. Es gibt keinen Motorenlärm und das Wasser wird nich verschmutzt", sagt Betriebsleiter Lutger Flotmann. Die "Blaue Lagune" ist im Bundes-wettbewerb der Naturparks 1998 als vorbildlich für die Verbin-dung von Natur und Freizeitsport ausgezeichnet worden.
Internet:
www.wasserski.de
www.blaue-lagune.de
www.wakeboarding.de
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